Wichtige Information als Pflegestelle

Infos für neue Pflegestellen

Wichtige Information als Pflegestelle

Beitragvon iris tzamalidis » Mi 1. Aug 2012, 07:45

Vielen Dank für Ihr Interesse sich als ehrenamtliche Pflegestelle für Hunde zu engagieren. Da wir alle vom Team Paradies für Tiere ehrenamtlich arbeiten gibt es hierfür keine Entlohnung, sondern nur den Dank und die Gewissheit Not leidenden Tieren geholfen zu haben.
Bevor Sie sich also entscheiden, sich hier zu engagieren, Aufwendungen in Kauf zu nehmen, Verpflichtungen einzugehen, sich zeitlich zu binden bitten wir Sie, sich vorab nachstehende Informationen gewissenhaft und ausführlich durchzulesen.

Was ist die Aufgabe einer Pflegestelle?

Die Vermittlung herrenloser Tiere ist Teil des Tierschutzes. Oft werden diese Tiere von unserem Ungarischen Team, in schrecklichen Zustand auf den Straßen von Ungarn aufgefunden. Es gibt viele Gründe, die uns veranlassen, einem Tier auch hier in Deutschland oder anderen Ländern zu helfen.
Vor allem aber ausgesetzte, streunende, kranke, behinderte oder verwahrloste Tiere aus schlechter Haltung, die wir aufnehmen, sowie Fundtiere, benötigen entsprechende Pflege und suchen ein neues Zuhause. Da das Paradies für Tiere über kein Tierheim verfügt, versuchen wir zu helfen, in dem wir bedürftige Tiere in privaten Pflegestellen unterbringen, wo sie familiäre Betreuung und Pflege, Zuwendung und vor allem Liebe erhalten sollen, die sie bis dahin meist noch nie erfahren durften.
Der Vorteil hierbei ist natürlich, dass den Tieren durch die individuelle Pflege eine wesentlich intensivere Betreuung zugute kommt, als im Tierheim, der Nachteil, dass die Anzahl der Pflegestellen sehr begrenzt ist und daher immer nur ein kleiner Anteil an Tieren hier in Deutschland aufgenommen werden kann.

Welche Vorraussetzungen muss eine Pflegestelle erfüllen?

Bedenken Sie, dass Tiere die zu uns kommen oft eine schlimme Vergangenheit hinter sich haben. Sie wurden nicht selten misshandelt, gequält, in kleinen Käfigen eingesperrt oder an kurzer Kette angebunden, ohne Futter und Wasser allein gelassen, oder lebten lange Zeit draußen als verhasster Streuner unbeliebt und verfolgt.
Diese Tiere sind oft angeschlagen und nur durch viel Liebe, Zuneigung, Geduld und Aufmerksamkeit wieder zu normalisieren, nicht immer gelingt dies vollständig.
Hier sind Geschick und Fähigkeit der Pflegestelle gefordert, um verstörten Tieren Angst, Scheu und Unsauberkeit wieder zu nehmen.
Natürlich muss auch sichergestellt sein, dass eine Pflegestelle, der ein Tier anvertraut wird, über die Möglichkeit einer artgerechten Betreuung und Pflege verfügt, als auch notwendige Sachkenntnis hierfür besitzt.
Es müssen ebenfalls die räumlichen Gegebenheiten dem jeweiligen Hund entsprechen.

Weiterhin müssen alle Familienmitglieder mit der Aufnahme und Betreuung einer Tieres einverstanden sein. Sie, als auch Ihre Familienmitglieder müssen frei von Tierhaarallergien sein. Wenn sie Mieteigentum bewohnen, muss der Vermieter natürlich einverstanden sein, dass Sie als Pflegestelle tätig sind.

Haben Sie Kinder, so muss gewährleistet sein, dass die Tiere (die oftmals in der Anfangsphase sehr viel Ruhe benötigen) durch die Kinder nicht gestresst oder als Spielzeug angesehen und behandelt werden.
Tierliebe, Verständnis, Geduld, Zeit, Erreichbarkeit sowie gesunder Menschenverstand der Betreuerin/ des Betreuers sind absolut unabdingbare Voraussetzungen.

Welche Kosten entstehen der Pflegestelle?

Grundsätzlich haben wir als Verein eine sehr kleine Anzahl an Pflegestellen mit Kostenübernahmen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hier keine weiteren anbieten können.

Bei diesen Pflegestellen (Typ 1) übernimmt Paradies für Tiere alle Tierarztkosten in Bezug auf den Pflegling bzw. wird nach Absprache notwendiges Equipment durch Paradies für Tiere zur Verfügung stellen.
Auch die Hundesteuer wird von Paradies für Tiere übernommen. Da hier die Anmeldungen und auch die Gebühren von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind, werden wir hier zusammen mit den Pflegestellen zusammen die Anmeldung bei den jeweiligen Behörden machen.
Jedoch hat die Praxis gezeigt, dass einer Pflegestelle auch noch weitere Kosten (Telefon-, Fahrkosten, etc.) entstehen, die in einer Abrechnung keine Berücksichtigung finden können. Auch Futterkosten sollten von den jeweiligen Pflegestellen getragen werden.

Bei den Pflegestellen Typ 2 können wir leider keine Kosten übernehmen. Sehen Sie bitte Ihr Engagement als Spende an den Tierschutz. Erfahrungsgemäß ist der Sprung in eine eigene Familie für Hunde aus Pflegestellen vielfach leichter als für Hunde direkt aus Ungarn. Wir bemühen uns um eine schnelle Vermittlung unserer Pfleglinge in ihre endgültigen Familien.

Sind Pflegestellen über das Paradies für Tiere versichert?

Das Paradies für Tiere besitzt eine Haftpflichtversicherung zur Deckung eventuell entstandener Schäden gegenüber Dritten, doch gilt dies nicht für verursachte Schäden im eigenen Haushalt.
Die Versicherung übernimmt keine Haftung bei eigenverschuldeten Schäden (z.B. bei Verletzung der Aufsichtspflicht).

Welche Verpflichtungen geht eine Pflegestelle ein?

Zunächst haben Sie die volle Verantwortung über das Ihnen anvertraute Tier, dessen fachkundige Pflege, Betreuung, Versorgung und Unterbringung. Das die bestehenden Tierschutzgesetze, Haltungrichtlinien, Empfehlungen etc. eingehalten werden müssen, versteht sich sicherlich von selbst. Vorrangig ist aber in jedem Falle immer die Sicherheit für den Menschen, also für Sie, Ihre Familie und alle Menschen die mit dem Tier in Kontakt kommen.


Wie lange verbleibt ein Tier in der Pflegestelle?

Bis dieses letztendlich ein passendes und festes Zuhause bei einem tierlieben Menschen gefunden hat.
Wie lange das dauern kann, lässt sich vorab nie sagen. Welpen werden oft sehr schnell vermittelt, ältere, kranke oder behinderte Tiere bleiben oft länger in der Pflegestelle.
Bevor Sie einen Hund zur Pflege aufnehmen, sollten Sie prüfen , ob er evtl. für Monate bei Ihnen bleiben kann, denn ein Wechsel ist für den Hund, der vielleicht gerade Vertrauen gefasst hat, ein Rückschlag.

Was ist, wenn eine Pflegestelle sich nicht mehr um das Tier kümmern kann?

Eine für uns sehr schlimme Situation entsteht, wenn die Pflegestelle signalisiert, dass Sie die Betreuung für ein aufgenommenes Tier vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr übernehmen kann. Meist steht keine passende Ersatzpflegestelle zur Verfügung und im schlimmsten Falle droht dann dem Tier ein Aufenthalt in einer Tierpension. Informieren Sie uns daher bitte rechtzeitig (einige Wochen im voraus), wenn das Tier wieder zu uns zurück muss, damit auch wir entsprechend planen können.

Darf ein anvertrautes Tier an eine dritte Person weitergegeben werden?

NEIN ! Das Ihnen anvertraute Tier darf ohne schriftliche Zustimmung vom Paradies für Tiere auf keinen Fall Dritten zur Haltung und Pflege überlassen werden. Das Tier bleibt Eiegntum des Teams Paradies für Tiere.

Kann die Pflegestelle die Halterschaft einer Tieres für immer übernehmen?

Hier gelten für Pflegestellen die gleichen Regeln, wie für jeden anderen Interessenten. Eine Übernahme des Hundes durch die Pflegestelle ist mit Unterzeichnung eines Schutzvertrages möglich. Wir verstehen nur zu gut, wie schwer es fällt, sich von einem lieb gewonnenen Tier zu trennen.

Was geschieht, wenn ein Ihnen anvertrautes Tier erkrankt oder sich verletzt?

Sollten sich Anzeichen zeigen, dass das Ihnen anvertraute Tier erkrankt, ist die Pflegestellenbetreuung oder die Teamleitung von Paradies für Tiere umgehend zu informieren, damit entsprechende Maßnahmen getroffen werden können.
Tritt ein Notfall ein, der das leben des Tieres akut bedroht, sei es durch Verletzung, Gift oder eine plötzlich auftretende, lebensgefährliche Erkrankung, ist die Pflegestelle dazu verpflichtet, mit dem Tier sofort den nächstliegenden Tierarzt aufzusuchen. Die Pflegestellenbetreuung ist hierüber schnellstmöglich zu informieren.

Wie funktioniert die Vermittlung/Abgabe eines Pfleglings?

Die Tiere werden sobald diese für eine Abgabe geeignet sind im Internet und den Medien ausgeschrieben, damit sich verantwortungsbewusste Tierfreunde melden um unseren Schützling lebenslang ein festes und gutes Zuhause zu geben. Sobald sich Interessenten melden und die ersten Formalitäten geklärt sind, wird ein Termin mit der Pflegestelle vereinbart, um den Schützling zu besuchen. Hier kann durch die Pflegestelle bereits eine erste Einschätzung erfolgen. Verläuft alles zur Zufriedenheit und die Pflegestelle hat den Eindruck, dass es sich um einen geeigneten Tierhalter handelt, ist das Paradies für Tiere zu verständigen, damit dieses einen Besuch bei dem zukünftigen Halter vereinbart (Vorkontrolle).
Prinzipiell erfolgt eine Abgabe der Tieres erst nach einer Vorkontrolle durch einen erfahrenen “Vorkontrolleur” sowie nach Unterzeichnung unseres Schutzvertrages, sowie Überweisung der Schutzgebühr.

Welche Informationen erhält die Pflegestelle über das Tier?

Natürlich alle Informationen, die auch dem Paradies für Tiere bekannt sind. Da unsere Schützlinge jedoch in den meisten Fällen ausgesetzte Tiere sind, wissen wir nicht gerade viel über sie. Es ist aber auch schon von großer Bedeutung, zu wissen, wie und in welchem Zustand man sie wo gefunden hat.

Sonstiges

Eine Pflegestelle sollte nach Möglichkeit eigenverantwortlich, selbstständig und immer zum Wohle eines Hundes handeln. Bedenken Sie jedoch, dass es auch andere Einflüsse zu beachten gibt. So verfügt das Paradies für Tiere nicht über unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten, um bei einer Versorgung und Betreuung immer das tun zu können, was man sich gerne wünschen würde. Auch die Aufnahmekapazität ist immer ein Problem, so dass eine Unterbringung eines Tieres bei einem Pflegestellenwechsel (z.B bei Urlaub, Krankheit etc) nicht kurzfristig erfolgen und zu Problemen führen kann. Natürlich wird eine Pflegestelle nicht alleine gelassen, sowohl das Paradies für Tiere als auch eine Pflegestellenbetreuung ist immer ansprechbar und wird, wenn erforderlich, natürlich helfen.

Es würde uns sehr freuen, wenn wir mit Ihnen eine weitere Pflegestelle für das Paradies der Tiere finden könnten, damit Tieren in Not geholfen werden kann.
iris tzamalidis
 
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